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Was bedeutet MOQ?

Die Mindestbestellmenge beeinflusst Einkauf, Kapitalbindung und Lagerplanung.

MOQ steht für Minimum Order Quantity und bezeichnet die kleinste Menge, die ein Lieferant pro Bestellung, Artikel oder Produktionslauf akzeptiert. Liegt die MOQ eines Produkts bei 500 Stück, kann der Käufer in der Regel nicht nur 200 Stück zu den angegebenen Bedingungen bestellen.

Warum gibt es eine Minimum Order Quantity?

Lieferanten nutzen Mindestmengen, weil Rüstzeiten, Materialbeschaffung, Qualitätskontrolle und Versand fixe Kosten verursachen. Eine Produktion oder Lieferung lohnt sich für sie erst ab einer bestimmten Menge oder einem bestimmten Auftragswert. Die MOQ kann sich auf Stück, Kartons, Paletten, Gewicht oder den Gesamtwert einer Bestellung beziehen.

Für Händler ist eine hohe MOQ ein Zielkonflikt. Größere Mengen können den Einkaufspreis pro Einheit senken, binden aber mehr Kapital und benötigen Lagerplatz. Zudem steigt das Risiko, dass Ware langsam verkauft wird, saisonal veraltet oder nicht mehr nachgefragt wird. Eine niedrige MOQ reduziert dieses Risiko, kann jedoch mit höheren Stückpreisen verbunden sein.

Bei Varianten muss genau geprüft werden, auf welcher Ebene die Mindestmenge gilt. 600 Stück können etwa als Gesamtmenge über alle Farben gelten oder je Farbe verlangt werden. Auch Verpackungseinheiten spielen eine Rolle: Eine MOQ von zehn Kartons bei je 24 Stück entspricht tatsächlich 240 Einheiten.

Mindestmengen sind verhandelbar, aber nicht beliebig. Denkbar sind gemischte Varianten, ein höherer Stückpreis oder zeitlich gestaffelte Abrufe. Dabei muss schriftlich geklärt sein, wann Eigentum, Zahlung und Einlagerung der Gesamtmenge erfolgen.

Beispiel aus dem Fulfillment-Alltag

Ein Händler bestellt Trinkbecher in vier Farben. Der Hersteller verlangt 300 Stück je Farbe. Damit kommen 1.200 Einheiten ins Lager. Vor der Bestellung vergleicht der Händler erwarteten Absatz, verfügbaren Platz und Kapitalbindung. Im System werden die Farben als getrennte Artikelvarianten geführt, obwohl sie gemeinsam beschafft wurden.

Bei größeren Händleraufträgen und palettenweiser Distribution wirkt sich die MOQ direkt auf Bestands- und Versandplanung aus. Wie solche Abläufe organisiert werden, zeigt das B2B-Fulfillment.

Verwandte Begriffe

Der Meldebestand bestimmt, wann trotz Mindestmenge nachbestellt werden sollte. Die Umschlagshäufigkeit hilft, Absatz und Lagerbindung einzuschätzen. Eine Avisierung kündigt die daraus entstehende Anlieferung vorab an.

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