Was ist der Meldebestand?
Der Bestellpunkt zeigt an, wann Nachschub ausgelöst werden sollte.
Der Meldebestand ist die Bestandsmenge, bei deren Erreichen eine Nachbestellung ausgelöst werden sollte. Er wird so festgelegt, dass der vorhandene Vorrat den erwarteten Verbrauch während der Lieferzeit deckt und ein definierter Sicherheitsbestand möglichst erhalten bleibt.
Wie wird der Meldebestand berechnet?
Eine gebräuchliche Formel lautet: durchschnittlicher Tagesverbrauch mal Lieferzeit in Tagen plus Sicherheitsbestand. Verbraucht ein Unternehmen 20 Einheiten pro Tag, beträgt die Lieferzeit zehn Tage und der Sicherheitsbestand 50 Einheiten, liegt der Meldebestand bei 250 Einheiten.
Der Meldebestand ist nicht mit dem Mindestbestand gleichzusetzen. Der Mindest- oder Sicherheitsbestand dient als Puffer für Verzögerungen und unerwartet hohe Nachfrage. Der Meldebestand liegt darüber und markiert den Zeitpunkt, an dem bestellt wird. Auch der Höchstbestand ist eine andere Größe: Er begrenzt, wie viel Ware nach einer Lieferung im Lager liegen soll.
In der Praxis sollte die Berechnung regelmäßig aktualisiert werden. Absatzschwankungen, saisonale Nachfrage, Feiertage und veränderte Beschaffungszeiten beeinflussen den richtigen Wert. Bei unsicheren Lieferketten kann ein größerer Puffer sinnvoll sein. Bei stabiler, schneller Versorgung lässt sich der Bestand enger planen.
Für die automatische Auslösung braucht das System klare Regeln. Es muss feststehen, ob verfügbare, physische oder bereits reservierte Mengen verglichen werden. Auch offene Bestellungen und bestätigte Liefertermine gehören in die Betrachtung, damit nicht mehrfach und unnötig neuer Nachschub ausgelöst wird.
Beispiel aus dem Fulfillment-Alltag
Das Lagerverwaltungssystem meldet für eine SKU noch 248 verfügbare Einheiten. Der hinterlegte Meldebestand beträgt 250. Das System erzeugt einen Hinweis oder einen Bestellvorschlag. Reservierte Einheiten aus offenen Aufträgen sollten dabei berücksichtigt werden, weil der physisch gezählte Bestand nicht vollständig frei verfügbar ist.
Verlässliche Bestandsführung entsteht aus Wareneingängen, Reservierungen, Kommissionierung und Retourenbuchungen. Den Zusammenhang dieser Schritte erklärt Was ist Fulfillment?.
Verwandte Begriffe
Die SKU bestimmt, für welche Artikelvariante der Bestellpunkt gilt. Eine MOQ kann die mögliche Nachbestellmenge begrenzen. Die Umschlagshäufigkeit zeigt, wie schnell sich der Bestand im betrachteten Zeitraum erneuert.
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