Was ist die Umschlagshäufigkeit?
Die Lagerkennzahl setzt Verbrauch oder Absatz ins Verhältnis zum durchschnittlichen Bestand.
Die Umschlagshäufigkeit zeigt, wie oft sich der durchschnittliche Lagerbestand innerhalb eines Zeitraums vollständig erneuert. Sie wird meist für ein Jahr berechnet. Ein Wert von 6 bedeutet, dass rechnerisch sechsmal die Menge des durchschnittlich gebundenen Bestands verbraucht oder verkauft wurde.
Wie wird die Umschlagshäufigkeit berechnet?
Eine verbreitete Formel lautet: Jahresverbrauch geteilt durch durchschnittlichen Lagerbestand. Im Handel kann statt des Verbrauchs der Wareneinsatz verwendet werden, wenn auch der Bestand zu Einstandswerten angesetzt wird. Wichtig ist, dass Zähler und Nenner dieselbe Mengeneinheit oder Wertbasis nutzen.
Der durchschnittliche Bestand lässt sich vereinfacht aus Anfangs- und Endbestand berechnen. Aussagekräftiger ist ein Mittelwert aus mehreren Monats- oder Tagesbeständen, weil saisonale Spitzen sonst das Ergebnis verzerren können. Die Kennzahl kann für das gesamte Lager, eine Warengruppe oder eine einzelne SKU bestimmt werden.
Eine hohe Umschlagshäufigkeit deutet häufig auf schnelle Warenbewegung und geringe Kapitalbindung hin. Sie ist aber nicht automatisch positiv: Zu knappe Bestände erhöhen das Risiko von Fehlmengen. Ein niedriger Wert kann auf Überbestand oder schwache Nachfrage hinweisen, aber auch zu bewusst bevorrateten Saisonartikeln oder langen Beschaffungszeiten passen. Vergleiche sind deshalb nur bei ähnlichen Produkten und Zeiträumen sinnvoll.
Aus der Kennzahl lässt sich näherungsweise auch die durchschnittliche Lagerdauer ableiten. Bei einer Jahresbetrachtung werden dafür 360 oder 365 Tage durch die Umschlagshäufigkeit geteilt. Welche Konvention verwendet wird, sollte in Berichten einheitlich bleiben.
Beispiel aus dem Fulfillment-Alltag
Ein Händler verkauft im Jahr 12.000 Einheiten eines Artikels. Der durchschnittliche Bestand liegt bei 2.000 Einheiten. Die Umschlagshäufigkeit beträgt 6. Rechnerisch erneuert sich der Bestand alle zwei Monate. Steigt der Durchschnittsbestand bei gleichem Absatz auf 3.000 Einheiten, sinkt die Kennzahl auf 4.
Bestandsdaten, Wareneingänge und Auftragsabgänge müssen dafür konsistent erfasst werden. Wie diese Vorgänge im Gesamtprozess zusammenhängen, erklärt Was ist Fulfillment?.
Verwandte Begriffe
Der Meldebestand steuert den Zeitpunkt einer Nachbestellung. Die SKU erlaubt eine Auswertung pro Artikelvariante. Im Hochregallager beeinflusst die Umschlagshäufigkeit häufig die Wahl des Lagerplatzes.
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